Therapieraum der Privatpraxis für Psychotherapie, 50996 Köln Rodenkirchen - Verhaltenstherapie.

VERHALTENSTHERAPIE

VORBEMERKUNG

Einer der wichtigsten Wirkfaktoren von Psychotherapie – egal welcher Schule oder Ausprägung – ist eine gelungene Klienten-Therapeuten Beziehung. Diese Tatsache ist mir auch deshalb so stark bewusst, weil ich meine Doktorarbeit genau zu diesem Thema geschrieben habe. Mir ist sehr daran gelegen, Ihnen eine heilsame und vertrauensvolle Beziehung anzubieten, in der Sie sich wohlfühlen können und in der Sie genau so angenommen werden, wie Sie sind.

WAS IST EINE VERHALTENSTHERAPIE?

Die von mir ausgeübte kognitive Verhaltenstherapie gehört zu den drei staatlich anerkannten psychotherapeutischen Richtlinienverfahren und ist wissenschaftlich in ihrer Wirksamkeit sehr gut erforscht und belegt. Die hierbei benutzte Methodik orientiert sich an den persönlichen Ressourcen des Klienten sowie an seinen individuell dazu passenden Handlungsstrategien, um mit beidem zusammen möglichst effektiv die angestrebten Lebensziele zu erreichen.

Als Verhaltenstherapeutin gehe ich davon aus, dass jeder Mensch sich im Laufe seines Lebens sinnvolle Strategien zum Umgang mit anderen Menschen, Situationen und Problemen angeeignet hat. Aus all den komplexen Erfahrungen, Erinnerungen, Emotionen und Gedanken bilden sich dann individuelle Schemata, die das Leben zumeist erleichtern und unsere Persönlichkeit prägen.

Allerdings kann es vorkommen, dass sich einige dieser angelernten Strategien und Schemata mit der Zeit immer mehr als untaugliche Provisorien erweisen, die unnötig viel Kraft kosten, Konflikte erzeugen, und die Lebensqualität ernsthaft und andauernd beeinträchtigen. Ebenso ist es möglich, dass Handlungsstrategien, die unter normalen Umständen ausreichend wären, unter gesteigerten Anforderungen, wie sie aufgrund widriger Lebensumstände entstehen können, einfach nicht mehr genügen. Auch auf diese Weise kann eine ernsthafte und andauernde Beeinträchtigung der Lebensqualität entstehen. In beiden Fällen treten oft leidvolle und krisenhafte Zuspitzungen auf, bei denen offenkundig wird, dass die Devise „Nur weiter so ...“ nicht mehr funktioniert. Es entsteht dann oft der Wunsch nach grundlegender Änderung. Hierzu kann eine Verhaltenstherapie erfolgreich den Weg bahnen.

In den Therapiesitzungen erarbeite ich mit Ihnen lebensnahe Hilfen für einen verbesserten Umgang mit Ihren individuellen Problemfeldern und den dahinter stehenden Schemata. Dabei spielt die gemeinsame Betrachtung Ihrer Lebensgeschichte, die zur Entstehung dieser Schemata beigetragen hat, eine wichtige Rolle. In alltagstauglichen und lebensnahen Übungen lernen Sie, sich neue Perspektiven anzueignen, die als untauglich erkannten „historischen“ Schemata abzuschwächen, und deutlich verbesserte Handlungs- und Bewältigungsstrategien zu entwickeln. So erwerben Sie Schritt für Schritt neue Kompetenzen für eine erfüllende Lebens- und Beziehungsgestaltung. An diesem Punkt möchte ich nicht verschweigen, dass dieser gezielte Lern- und Übungsprozess – wie immer, wenn im Leben Wesentliches angepackt werden soll – einiges an Arbeit erfordert. Diese Arbeit ist jedoch sehr gewinnbringend und kann oft durchaus vergnüglich und humorvoll gestaltet werden.

WOBEI HILFT EINE VERHALTENSTHERAPIE?

Häufig auftretende Störungen, die mit einer Verhaltenstherapie sehr gut behandelt werden können, sind u.a.:

AUCH HIERBEI KANN ICH SIE SEHR GUT UNTERSTÜTZEN:

Ebenfalls begleite ich Sie als Klient, wenn Sie nach längerem oder auch wiederholtem Klinikaufenthalt eine weiterführende ambulante Psychotherapie zur Stabilisierung und Ausweitung Ihres Heilungsprozesses benötigen.

Dies trifft insbesondere zu im Falle

sofern Sie durch einen mitbehandelnden Arzt medikamentös gut eingestellt sind.

Ich weise darauf hin, dass ich bei Klienten mit substanzbezogenen Suchtproblemen (Alkohol/Drogen) erst nach einem nachweislich erfolgten körperlichen Entzug tätig werden kann.

Und wie verläuft eine Psychotherapie konkret?

  1. Sie können sich telefonisch oder per E-Mail bei mir melden, um ein Erstgespräch zu vereinbaren. Falls Sie mich nicht direkt erreichen (Anrufbeantworter), melde ich mich in der Regel innerhalb eines Werktages bei Ihnen zurück. Meist kann ich Ihnen dann schon einen Termin innerhalb weniger Tage anbieten. Dieses Erstgespräch ist kostenlos und völlig unverbindlich. Es erstreckt sich über etwa 20 Minuten und dient dazu, ein allererstes Kennenlernen zu ermöglichen, und dabei Ihr Anliegen und die grundsätzlichen Lösungsmöglichkeiten zu besprechen. Hierbei wird auch geklärt, ob eine Psychotherapie eine sinnvolle Option für Ihr Anliegen ist. Für das Erstgespräch – und auch für eine evtl. anschließende Therapie – brauchen Sie keine Überweisung vom Arzt.

  2. Sollten Sie sich für eine weitere Zusammenarbeit entscheiden, beginnt dann die sogenannte probatorische Phase, für die maximal fünf Sitzungen vorgesehen sind. In den probatorischen Sitzungen geht es darum, sich gegenseitig besser kennenzulernen, ein vertrauensvolles Arbeitsbündnis zu schaffen, Ihr Anliegen und Ihre Ziele im Detail zu erörtern und anhand spezifischer diagnostischer Verfahren einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen. Dabei lege ich großen Wert auf Offenheit und Transparenz, damit Sie alle Schritte einer anstehenden Therapie genau nachvollziehen können. Sie werden ausreichend Gelegenheit bekommen, offene Fragen zu klären und etwaige Zweifel anzusprechen. Während dieser probatorischen Sitzungen – und vor allem auch in den Tagen dazwischen – können Sie in Ruhe ergründen, ob Sie sich bei mir gut aufgehoben fühlen und ob Sie sich eine Therapie bei mir vorstellen können.

  3. Wenn Sie sich nach der Probatorik dazu entscheiden sollten, eine Psychotherapie bei mir machen zu wollen, können wir relativ zügig damit beginnen. Einige Versicherungen verlangen vor dem eigentlichen Therapiebeginn von mir einen kurzen Bericht über Diagnose und Behandlungsplan, der durch einen schweigepflichtigen Gutachter oder vom medizinischen Dienst geprüft wird. In den danach üblicherweise einmal pro Woche stattfindenden Sitzungen ergründen und bearbeiten wir dann Ihre individuellen Schemata, entwickeln gemeinsam neue Handlungstrategien und beziehen dabei laufend die neu gewonnenen Erfahrungen aus Ihrem Alltag ein.

    Bezüglich der Dauer einer Psychotherapie lässt sich keine allgemeingültige Aussage treffen, da die Dauer von der Art des psychischen Problems, von dem durch die Krankenversicherung bewilligten Stundenkontingent, von den vereinbarten Sitzungsintervallen, und natürlich auch vom individuellen Therapiefortschritt abhängt. Ist letzterer beispielsweise noch nicht im gewünschten Maße eingetreten, besteht die Möglichkeit, eine Verlängerung des Stundenkontingents zu beantragen. Umgekehrt kann es ebenso vorkommen, dass Klienten das Therapieziel deutlich schneller als ursprünglich angenommen erreichen. Häufig werden am Ende einer Therapie die Sitzungsintervalle ausgedehnt, um einen reibungslosen Übergang ins Alltagsleben zu gewährleisten.

Es ist für Berufstätige oft kaum möglich, regelmäßig wiederkehrende psychotherapeutische Gesprächstermine während „normaler“ Öffnungszeiten wahrzunehmen. Deshalb biete ich in meiner Praxis in Köln-Rodenkirchen auch Therapie-Termine am Abend an.

Wissenswertes

Der folgende Abschnitt ist zur einfachen Information und Orientierung gedacht. Der Text ersetzt keine wissenschaftliche Abhandlung und ist auch nicht als solche gemeint. Wissenschaftliche Zitate und Belege, sowie das wissenschaftliche Gebot nach Vollständigkeit und Präzision, würden den Text aufblähen und für Laien unattraktiv, wenn nicht sogar unbrauchbar machen. Ich habe mich entschieden, hier etwas Verständliches und Brauchbares für Jedermann anzubieten. Hoffentlich ist mir das einigermaßen gelungen.

Angst / Angststörung

Angststörungen zählen neben Depressionen zu den häufigsten psychischen Problemen, nicht nur in Deutschland, sondern europa- und weltweit. Sie stehen also mit Ihrem Problem keineswegs alleine da!

Ängste können überaus vielfältig sein: Es gibt spezifische Ängste, wie z. B. die Angst vor Tieren wie Spinnen oder Schlangen. Zu den spezifischen Ängsten gehören auch Ängste vor bestimmten Umgebungssituationen wie großer Höhe, Brücken, Tunneln oder Aufzügen. Ebenso verbreitet sind Ängste vor Gewittern oder Starkregen, insbesondere wenn man im Auto sitzt oder alleine ist, genauso wie Ängste vor (Zahn-) Arztbesuchen, Blut oder Spritzen. Viele Menschen haben auch Angst, von anderen Menschen negativ beurteilt zu werden und trauen sich nicht, Kontakte zu knüpfen oder öffentlich zu sprechen (soziale Phobien). Andere wiederum fühlen sich in großen Menschenmengen oder auf öffentlichen Plätzen sehr unwohl und reisen nicht gerne über längere Strecken alleine (Agoraphobie). Und es gibt Ängste, die thematisch sehr umfassend sind (generalisierte Ängste) und sich auf das Leben als ganzes beziehen: Jemand aus meiner Familie könnte einen Unfall haben, ich könnte eine schlimme Krankheit haben, verliere ich womöglich bald meinen Job?

Zuerst einmal eine wichtige Einsicht: Angst gehört zu den elementaren Grundempfindungen des Menschen, so wie Liebe, Freude oder Wut. Angst an sich ist ganz natürlich und sogar notwendig. Schließlich hat Angst das Überleben der Spezies Mensch, aber auch der Tiere, gesichert. Zu Beispiel hat eine Maus „von Natur aus“ Angst vor Schlangen; hätte sie diese nicht, gäbe es keine Mäuse mehr. Und bei uns Menschen ist das nicht anders: Hätten Herr und Frau Neandertaler keine Angst vor dem Säbelzahntiger gehabt – der Mensch hätte nicht überlebt.

Leider kann die körperliche Empfindung von Angst je nach Intensität ziemlich unangenehm sein: Wenn einem die sprichwörtliche „Muffe geht“ können Herzklopfen, Schweißausbrüche, Atemnot, Beklemmungsgefühle, Schwindel, Magenbeschwerden und „weiche Knie“ auftreten (Näheres dazu unter Panikstörung). Dabei sind all diese körperlichen Sensationen Teil des Schutzsystems unseres Körpers: Bei Gefahr springt das autonome sympathische Nervensystem an, das nach dem Prinzip „kämpfe oder fliehe“ funktioniert. Wie der Name schon sagt, ist dieses System autonom, also selbstgesteuert und funktioniert heute noch so wie zu Zeiten des Säbelzahntigers. Auch in der modernen Zeit ist dieses System immer noch hilfreich und notwendig. So können wir beispielsweise gefährliche Verkehrssituationen schnell erkennen und blitzschnell reagieren, oder bei einem Überfall schnell weglaufen. Also ist Angst – nach wie vor – ein wichtiger Mechanismus, der für unser Leben essentiell ist.

Menschen mit Angststörungen haben mehr „Angst vor der Angst“ als vor der tatsächlichen Situation oder dem Objekt selbst, weil das Erleben des Angstgefühls subjektiv oft schwer auszuhalten ist. Viele fangen dann an, die Situationen, in denen sie das Auftreten dieses Gefühls befürchten, zu vermeiden. Hierbei handelt es sich um eine sehr verständliche und häufig anzutreffende Strategie. Wenn wir angstbesetzte Situationen vermeiden, brauchen wir keine Angst auszuhalten und es geht uns erst einmal gut. Wer z. B. Flugangst hat und einfach keine Flugreisen macht, erspart sich das damit verbundene Angsterleben. Erst, wenn es keinen Ausweg mehr gibt und wir gezwungen sind, uns mit den angstbesetzten Situationen oder Objekten zu konfrontieren, wird das Ganze zum Problem. Dies ist auch der Grund, warum viele meiner Klienten erst relativ spät eine Therapie aufsuchen. Neben dem Vermeiden ist eine weitere, häufig angewandte Strategie gegen Ängste der Versuch, die Ängste kontrollieren zu wollen (dazu mehr unter Zwangsstörungen).

Das Gute: Angststörungen lassen sich mit einer Psychotherapie, insbesondere mit einer Verhaltenstherapie, sehr gut beheben. Das Ziel einer Therapie ist es nicht, völlig angstfrei zu werden (das gibt es bei niemanden!), sondern seine Ängste so weit zu beherrschen, dass sie einen nicht mehr bestimmen. Zunächst ist es wichtig, zu identifizieren, welche Ängste und Vermeidungsstrategien das Leben überhaupt ernsthaft einschränken. Wir alle folgen mehr oder weniger bewusst kleineren Vermeidungsstrategien, was nicht grundsätzlich schlecht sein muss. Deren Schädlichkeit hängt sehr stark von der Situation und dem individuellen Kontext ab. Hierzu ein Beispiel: Wohnt jemand im Erdgeschoss, ist Höhenangst wahrscheinlich kein großes Problem. Erhält dieselbe Person einen neuen Arbeitsplatz in einem Bürohochhaus, bekommt die Höhenangst jedoch eine entscheidende Bedeutung. Ohne hier auf die eigentliche Therapie einzugehen, lässt sich sagen, dass die Therapie von Ängsten oftmals ein längerer Prozess ist. Dieser Prozess ist für Klienten durch das schrittweise Weglassen von Vermeidungsstrategien gerade zu Beginn nicht immer angenehm. Bleibt man jedoch am Ball, stellen sich dann mit schöner Regelmäßigkeit bemerkenswerte Erfolge bei der Überwindung der Angststörung ein. Mit meiner therapeutischen Tätigkeit habe ich schon vielen Klienten dabei geholfen, mit ihren Ängsten fertig zu werden und ihr Leben wieder genießen zu können.

Panikattacken / Panikstörung

Statistisch gesehen erlebt jeder Mensch in seinem Leben einmal eine Panikattacke. Dieses Phänomen ist also vielen bekannt und man kann sich denken, dass auch Panikstörungen, bei denen Panikattacken in einem bestimmten Zeitraum gehäuft auftreten, nichts wirklich Seltenes sind. Sie sind mit Ihrem Problem also in guter Gesellschaft!

Da es möglich ist, dass eine Panikattacke körperliche Ursachen hat, möchte ich gleich zu Anfang bemerken, dass nach dem Auftreten von Panikattacken zuerst einmal eine ärztliche Abklärung ratsam ist. Sollten körperliche Ursachen vorliegen, ist eine entsprechende medizinische Behandlung das einzig Richtige, eine Psychotherapie wird dann natürlich nicht gebraucht. Ich gehe hier jedoch vom weitaus häufigeren Fall aus, dass Ihr Arzt rein gar nichts Auffälliges finden kann.

Eine Panikattacke ist zunächst eine körperliche Reaktion des sympathischen vegetativen Nervensystems (auch als autonomes Nervensystem bezeichnet). Die damit einhergehenden Empfindungen sind extrem und beinhalten eines oder mehrere der folgenden Phänomene: Herzrasen, Herzstolpern, Beklemmung im Brustbereich, Schweißausbrüche, Zittern, Mundtrockenheit, Atemnot, Hyperventilation, Schwindel, Schwächegefühl, Benommenheit, Übelkeit, Hitzewallungen oder Kälteschauer, Gefühllosigkeit oder Kribbeln in den Gliedmaßen und vieles mehr. Neben diesen rein körperlichen Sensationen können auch noch Wahrnehmungsveränderungen auftreten, wie z. B. Depersonalisation (ich nehme mich als fremd wahr) oder Derealisation (ich nehme die Umgebung als fremd wahr). Hinzu kommen extreme Ängste, wie die Angst vor Kontrollverlust, die Angst „verrückt zu werden“, die Angst davor, peinlich aufzufallen, bis hin zur Angst, auf der Stelle zu sterben. Alle diese Wahrnehmungen sind aufs Äußerste unangenehm und beängstigend. Unsere Reaktion darauf ist: So was will ich nie wieder erleben!

In einigen Fällen lassen sich im Nachhinein unterstützende äußere Umstände für eine Panikattacke festmachen. Dies kann beispielsweise ein Zuviel an Koffein sein, oder ein Zuwenig an Nahrung. Es kann aber auch eine konkrete Situation auslösend wirken: Sie stehen im heißen Sommer im Supermarkt zu lange neben der Kühltruhe in der Schlange und können nicht weg; Sie kommen in eine völlig überfüllte U-Bahn, in der man „kaum Luft zum Atmen“ hat; Sie sind im Aufzug mit vielen Menschen oder auch ganz alleine und es dauert scheinbar ewig, bis es weiter geht; Sie sitzen im Flugzeug und es „rumpelt“ plötzlich wegen starker Turbulenzen; Sie schwimmen alleine aufs Meer hinaus und denken: „Was ist, wenn ich es nicht mehr zurück schaffe?“ Sie sind in der Stadt unterwegs und denken „Was ist, wenn ich es nicht rechtzeitig auf eine Toilette schaffe?“ Eine erste Panikattacke kann allerdings auch zuhause auf dem Sofa auftreten, wobei subjektiv kein Auslöser zu finden ist. Häufig liegt es dann jedoch an vorangegangenem Dauerstress oder an schon lange andauernden emotionalen Belastungen.

Eine einzelne Panikattacke ist aber noch keine Panikstörung! Dazu bedarf es eines wiederholten Auftretens von Panikattacken, so dass das Leben davon maßgeblich negativ beeinflusst wird. Im Falle einer Panikstörung dreht sich das Denken zeitweise ausschließlich um die Angst vor Panikattacken und die Möglichkeiten, diese zu vermeiden oder zu verhindern. Charakteristisch hierbei ist ein positiver Feedback- oder Aufschaukelungsprozess, der damit beginnt, dass man schon ängstlich und angespannt auf Körperzeichen achtet, die eine Panikattacke ankündigen könnten. Mit diesem Tunnelblick behaftet, wird es dann garantiert nicht lange dauern, bis man dann tatsächlich ein verdächtiges Zeichen wahrnimmt, was wiederum die Anspannung und die Angst steigert, und so „geigt“ man sich dann Stück für Stück weiter in einen Teufelskreis mit den beschriebenen Auswirkungen hinein. Zur Entlastung sei gesagt, dass dies natürlich nicht mit Wissen oder Absicht passiert, sondern auf dem „kämpfe-oder-fliehe“-Automatismus unseres vegetativen Nervensystems beruht (siehe hierzu auch die Erläuterungen zu Angststörungen).

Menschen gehen mit den Erfahrungen einer ersten Panikattacke ganz unterschiedlich um. Einige stecken die Erfahrung einfach weg, nach dem Motto „Puh, das war jetzt aber unangenehm!“ Andere fangen an, die Situationen, in denen sie eine Panikattacke befürchten, zu vermeiden. Die angstbesetzten Situationen können sich immer weiter ausbreiten: wird anfangs nur der Bus gemieden, ist es dann der Einkauf, und danach das gesamte Leben außerhalb der eigenen vier Wände, was sich dann Agoraphobie nennt (griechisch Agora – der Marktplatz, an dem das öffentliche Leben stattfand). Wieder andere Menschen entwickeln danach eine Krankheitsangst bezüglich ihres Herzens. Sie fühlen immer wieder nach, ob es regelmäßig oder überhaupt noch schlägt (sog. Herzangst, Cardiophobie). Andere meiden einfach nur genau die Situation, in der sie einmal eine Panikattacke erlebt haben, wie z. B. Prüfungen.

Das Gute: Bei einer Panikattacke werden Sie nicht ohnmächtig! Das hat unser vegetatives Nervensystem so eingerichtet. Das sympathische System ist voll angeworfen und der Körper pumpt auf Hochtouren. Und da sind wir wieder bei der Flucht vor dem Säbelzahntiger der Steinzeit (siehe Angststörung). Wären Frau und Herr Neandertaler ohnmächtig geworden, wäre die Menschheit ausgestorben. Übrigens verhält es sich ebenso mit dem Gefühl, unbedingt eine Toilette aufsuchen zu müssen. Läuft das sympathische autonome Nervensystem auf Hochtouren, hält die Blase still. Der Mensch hätte nicht überlebt, wenn er auf der Flucht vor Gefahr mal eben hinter den Baum gemusst hätte.

Noch besser: Sollten Sie aufgrund einer Panikattacke eine Panikstörung, eine Agoraphobie, eine Herzangst oder andere Ängste entwickelt haben, dann kann Ihnen eine Verhaltenstherapie in der Regel sehr gut und meist auch schnell weiter helfen. Die Dauer einer Therapie hängt natürlich vom Einzelfall ab, unter anderem davon, was genau das Problem ist, wie lange das Problem schon besteht, und natürlich auch wie groß die Bereitschaft zur Mitarbeit ist. Ein typisches Beispiel aus der Praxis: Eine Klientin hatte eine Panikattacke im Supermarkt, ging daraufhin nicht mehr einkaufen, ging dann höchstens 100 Meter vom Haus weg und hat im weiteren Verlauf das Haus gar nicht mehr verlassen. Nach nur 15 Therapiestunden konnte ich die Klientin wieder zurück in ihr Leben bringen, sie geht wieder problemlos einkaufen, alles ist wieder „normal“. Es kann aber auch sein, dass der Therapieprozess länger als im geschilderten Fall braucht, insbesondere wenn lebensgeschichtliche Ereignisse die aktuelle Problematik begünstigen, was natürlich ebenfalls Eingang in die Therapie findet.

Zwänge und Zwangsstörung

Hier erscheint demnächst eine Abhandlung zu Zwängen und Zwangsstörungen. Geplantes Erscheinungsdatum ist Februar/März 2020.

Depression

Was viele nicht wissen: Eine Depression – in der Fachsprache depressive Episode genannt – ist bei 98% der Menschen keine ursächlich organische Erkrankung! Die restlichen 2% gehen größtenteils auf eine bipolare Störung (auch manisch-depressive Störung genannt) oder eine Schizophrenie zurück. In den meisten Fällen hat eine Depression (1) tieferliegende psychische Ursachen, (2) einen konkreten Auslöser, und darauffolgend (3) eine typische Symptomatik. Diese typische Symptomatik wird als Depression bezeichnet. Depression bezeichnet also den resultierenden Zustand des Niedergedrückt-Seins (aus dem Lateinischen „deprimere“ = niederdrücken) als Ergebnis einer Kette von Ereignissen und ist keine Bezeichnung einer körperlichen Krankheit.

Die angesprochenen typischen Symptome lassen sich folgendermaßen beschreiben: Sie fühlen sich seit längerer Zeit in einer gedrückten Stimmung. Sie haben kein Interesse mehr an Dingen, die Ihnen früher Freude bereitet haben (Hobbys, Musik, Leute treffen). Sie fühlen kaum noch den Antrieb, etwas zu unternehmen und sind sehr schnell müde. Oftmals geht es Ihnen morgens besonders schlecht. Dies sind die ersten Anzeichen, dass Sie sich möglicherweise in einer depressiven Episode befinden.

Weitere Symptome, die sich einstellen können: Schlafstörungen, oft mit Grübeln in der Nacht; verminderte Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit; negative Zukunftsgedanken, wie z. B. „Ich krieg das nicht in den Griff und dann geht sowieso alles den Bach runter“; vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen; starke Schuldgefühle und Gefühle der Wertlosigkeit; das Gefühl, anderen zur Last zu fallen; oft gesenkter Appetit mit Gewichtsverlust; Hoffnungslosigkeit oder sogar Suizidgedanken.

Körperliche Beschwerden stellen sich in diesen Phasen ebenfalls ein: Ein ständiger Schlafmangel führt zu erhöhten Werten des Stresshormons Kortisol, das zwar kurzfristig zu erhöhter Konzentration führt, langfristig aber zu Konzentrationsproblemen. Ebenso führt die Antriebslosigkeit zu mangelnder körperlicher Betätigung, was wiederum Auswirkung auf unseren Gehirnstoffwechsel und das Immunsystem hat. Diese starken und zweifellos messbaren körperlichen Symptome sind jedoch eine Folge des Verhaltens und nicht deren Ursache.

Zusätzlich kommt die sogenannte Spirale der Depression zur Wirkung, indem immer mehr positive Verstärker wegfallen. Durch geringe Aktivität und sozialen Rückzug nimmt der subjektive Eindruck der persönlichen Unzulänglichkeit weiter zu. Viele Klienten berichten über Gedanken wie: „So bin ich nicht und so will und soll mich auch keiner mehr sehen!“ oder „Ach, jetzt lohnt es sich nicht mehr rauszugehen.“ Positive Rückmeldungen aus dem Freundes- oder auch Kollegenkreis fallen damit zusehends weg.

Zusammengefasst ist eine Depression vorrangig ein Zusammenspiel aus negativen Gedanken und geringer Aktivität, ausgelöst durch negative Ereignisse, die der Betroffene erlebt hat. Diese Auslöser können privater Natur sein, wie z. B. Beziehungsüberforderungen, Trennungen, Krankheiten oder der Tod von lieben Angehörigen. Ebenso gibt es Auslöser beruflichen Ursprungs, wie z. B. Mobbing, Überforderung, Jobverlust oder -unzufriedenheit. Die tieferliegenden Ursachen, warum ein Mensch in diese Spirale gerät und ein anderer Mensch nicht, also resilient ist, liegen größtenteils in der individuellen Entwicklungsgeschichte. Aufgrund der beschriebenen Abfolge von (1) Ursachen, (2) Auslöser und (3) nachfolgenden Symptomen wird eine Depression in Fachkreisen als „depressive Episode“ bezeichnet, da grundsätzlich davon ausgegangen wird, dass die damit verbundenen Symptome behandelbar und damit auch wieder vorbei sein werden.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die kognitive Verhaltenstherapie das effektivste psychotherapeutische Verfahren zur Behandlung einer depressiven Episode ist. Die kognitive Verhaltenstherapie setzt dabei gezielt bei den zwei Hauptkomponenten der depressiven Symptomatik an: bei den Gedanken (Kognition), durch gedankliches Umlernen, und beim Verhalten durch Ermutigung zu Aktivitäten wie Sport und sozialen Kontakten. In meiner Praxis habe ich schon sehr vielen Klienten geholfen, ihre depressiven Episoden zu überwinden und wieder ein lebenswertes Leben zu führen. Oft war der Kommentar am Ende der Therapie: „Ich hätte anfangs nie gedacht, dass es mir hilft und etwas nützt... aber jetzt geht es mir gut. Vielen, vielen Dank!“

Trauma

Ein Text über Therapie von Trauma und PTBS (posttraumatische Belastungsstörung) ist in Vorbereitung und wird im Februar/März 2020 hier erscheinen.

Burnout

Zum Thema Therapie von Burnout wird im Februar/März 2020 hier ein Artikel erscheinen.

Schlafstörung

Hier erscheint im Februar/März 2020 eine Abhandlung zur Therapie von Schlafstörungen.

Essstörung

Hier wird demnächst ein Text zum Thema Essstörung erscheinen. Geplantes Erscheinungsdatum: Februar/März 2020.

Schmerzstörung

Eine Abhandlung zum Thema Schmerzstörung ist für Februar/März 2020 geplant.