Blauer Himmel und Wolken / Transparenz

KOSTENÜBERNAHME
PSYCHOTHERAPIE

Die folgenden Angaben beziehen sich ausschließlich auf die Finanzierung regulärer Psychotherapien bei staatlich approbierten Psychotherapeuten /-innen und NICHT auf die Finanzierung von psychologischen Beratungsgesprächen und Paarberatungen jedweder Art. Letztere Angebote müssen in der Regel selbst bezahlt werden. Bitte beachten Sie, dass die folgenden Angaben lediglich Erfahrungswerte aus meiner eigenen Praxis für Psychotherapie in Köln widerspiegeln, wobei ich für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität keine Gewähr übernehmen kann. Ich bemühe mich jedoch, diese Seite nach bestem Wissen auf dem neuesten Stand zu halten.

Egal, wie Ihre persönliche Versicherungssituation aussieht, auf dieser Seite werden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit fündig. Zuallererst erkläre ich, welche Kostenträger grundsätzlich bei einer Psychotherapie in Betracht kommen. Hierbei macht es einen Unterschied, ob Sie im weiteren Sinne privat versichert sind, ob Sie gesetzlich versichert sind, oder ob Sie als Selbstzahler auftreten. Für alle in Frage kommenden Einzelszenarien finden Sie im weiteren Verlauf umfassende und praxisnahe Informationen.

Kostenträger Psychotherapie

Eine Privatpraxis darf mit allen privaten Krankenversicherungen, der Beihilfe und auch mit den Berufsgenossenschaften abrechnen. Für Angehörige von Bundeswehr und Bundespolizei bestehen Sonderregelungen, wonach diese sich ebenfalls direkt in einer Privatpraxis behandeln lassen können. Ähnliche Konditionen bestehen auch für Beamte/-innen der Bundesbahn sowie auch der Post. Darüber hinaus steht es Ihnen natürlich immer auch frei, als Selbstzahler die Kosten einer Psychotherapie privat zu bezahlen.

Gesetzlich versichert? Obwohl ich eine Privatpraxis betreibe, erreichen mich oft auch Anfragen von gesetzlich versicherten Mitbürgern, die auf der verzweifelten Suche nach einem freien Therapieplatz sind. In der Hoffnung, wenigstens ein bisschen hilfreich zu sein, habe ich die allgemeine Lage und die konkreten Handlungsoptionen von gesetzlich Versicherten am Ende dieser Seite besonders ausführlich dargestellt.

Es folgen nun Detailinformationen zu den jeweiligen Kostenträgern. Bei den Regelungen im Einzelfall unterstütze ich Sie gerne.


Private Krankenversicherung ✓

Private Krankenversicherungen übernehmen in der Regel die Kosten für eine Psychotherapie und die Erstattung der Kosten erfolgt meist problemlos. Jedoch handhaben dies die verschiedenen Versicherungen im Detail unterschiedlich. Ihre genauen Konditionen als Privatpatient können Sie Ihrem Versicherungsvertrag entnehmen oder auch direkt bei Ihrer Versicherung erfragen. Folgende Punkte gilt es zu beachten:

Psychotherapie in Privatpraxis: Checkliste für Privatpatienten

Bitte klären Sie Ihre individuellen Vertragsmodalitäten vor Therapiebeginn ab. Bei Fragen hierzu bin ich Ihnen gerne behilflich.

Bei der Abrechnung meiner Leistungen für Privatversicherte orientiere ich mich an der Gebührenordnung für psychologische Psychotherapeuten (GOP). Auf den Seiten der Bundespsychotherapeutenkammer können Sie eine Auflistung aller relevanten Ziffern der GOP konkret einsehen. Fast am Ende dieser Auflistung finden Sie die GOP-Ziffer 870, die eine 50-minütige Verhaltenstherapiesitzung bezeichnet. Mein auf dieser Ziffer basierendes Stundenhonorar finden Sie im Dokument Honorarinformation.pdf.

Weitere allgemeine Informationen zum Thema „Psychotherapie: Welche Behandlungen übernimmt die PKV?“ erhalten Sie beispielsweise auf den Seiten des Serviceportals derprivatpatient.de.

 

Beihilfe ✓

In der Regel übernehmen die Beihilfestellen die Kosten einer Psychotherapie nach ordnungsgemäßer Antragsstellung. Informieren Sie sich bitte frühzeitig bei Ihrer Beihilfestelle über die individuellen Bedingungen der Kostenübernahme. Die entsprechenden Unterlagen erhalten Sie bei Ihrer Beihilfestelle.

Beihilfeberechtigte des Bundes finden alle wichtigen Informationen und Formulare für die Antragstellung auf den Webseiten des Bundesverwaltungsamtes. Landesbeamte von NRW finden ein Schreiben zur Übersendung des Antrags auf Voranerkennung einer ambulanten Psychotherapie auf den Seiten der Bezirksregierung Düsseldorf. Für Kommunalbeamte aus dem Rheinland gibt es ein informatives Erklärvideo zur Antragstellung sowie weitere Informationen auf den Seiten der Rheinischen Versorgungskassen.

 

Berufsgenossenschaften ✓

Berufsgenossenschaften erstatten in der Regel die Kosten für eine Psychotherapie, wenn diese aus arbeitsbedingten Gegebenheiten notwendig wird. In einem solchen Fall setzen Sie sich bitte zeitig mit Ihrer Berufsgenossenschaft in Verbindung und veranlassen die Zustellung der entsprechenden Antragsformulare.

 

Heilfürsorge der Bundeswehr ✓

Soldatinnen und Soldaten können aufgrund einer Vereinbarung der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) mit dem Bundesministerium für Verteidigung eine Psychotherapie in einer Privatpraxis in Anspruch nehmen. Details zu dieser Vereinbarung finden Sie auf den Seiten der BPtK unter dem Titel „Behandlung von Soldaten in Privatpraxen“.

Für ein Erstgespräch ist lediglich die Vorlage einer durch den Truppenarzt ausgestellten Kostenübernahmeerklärung (Sanitätsvordruck San/Bw/0218) erforderlich. Auf dieser Basis können zunächst fünf probatorische Sitzungen durchgeführt und abgerechnet werden. Sollte eine anschließende Psychotherapie gewünscht sein, werden dem überweisenden Truppenarzt Diagnose, Indikation und Therapieziel schriftlich mitgeteilt. Auf dieser Grundlage wird ein Behandlungsausweis für 25 Stunden ausgestellt. Soll eine Behandlung über 25 Stunden hinaus erfolgen, muss dies dem Truppenarzt spätestens nach der 20. Stunde mitgeteilt werden. Für eine solche Verlängerung ist dann nochmals ein gesonderter und ausführlicher Antrag nötig. Die Abrechnung erfolgt direkt mit dem Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr, Referat PA3 Heilfürsorgeabrechnung in Strausberg, so dass Sie selbst nicht in Vorleistung treten müssen.

 

Heilfürsorge der Bundespolizei ✓

Seit Mai 2018 können sich Bundespolizistinnen und Bundespolizisten direkt an eine Privatpraxis wenden und sind somit nicht mehr darauf angewiesen, sich auf die langwierige Suche nach einen freien Behandlungsplatz in einer Kassenpraxis zu begeben. Hierzu hat die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) eine Vereinbarung mit dem Bundesministerium des Inneren geschlossen. Details zu dieser Vereinbarung können Sie unter dem Titel „Bundespolizisten können auf Privatpraxen zurückgreifen“ auf den Seiten der BPtK nachlesen.

Das Verfahren, die Anträge und die Bewilligungsschritte sind analog zu denen der gesetzlichen Krankenversicherung gestaltet. Deshalb ist es vorgesehen, dass vor der eigentlichen Psychotherapie eine psychotherapeutische Sprechstunde durchgeführt wird. Diese Sprechstunde kann bei kassenzugelassenen Psychotherapeuten oder auch bei privaten Psychotherapeuten abgehalten werden. Für den letzteren Fall sind ein Formular zur Dokumentation der Sprechstunde sowie weitere Informationen für Privattherapeuten bei der BPtK hinterlegt. Zuständig für Anträge und Abrechnungen ist das Bundespolizeipräsidium, Referat 83, Heilfürsorgeangelegenheiten (bzw. Abrechnungsstelle), in 53754 Sankt Augustin. Mit dieser Stelle kann direkt abgerechnet werden, so dass Sie nicht in Vorleistung treten müssen.

 

Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten ✓

Mitglieder der Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten (KVB) haben die Möglichkeit, eine Behandlung bei einem approbierten psychologischen Psychotherapeuten/-in in einer Privatpraxis in Anspruch zu nehmen.

 

Postbeamtenkrankenkasse ✓

Personen, die zur Mitgliedergruppe B der Postbeamtenkrankenkasse (PBeaKK) gehören, können sich bei einem approbierten psychologischen Psychotherapeuten/-in in einer Privatpraxis in Behandlung begeben. Diesbezügliche Informationen zur Psychotherapie sowie ein Informationsblatt zur psychotherapeutischen Behandlung stehen auf den Seiten der PBeaKK zur Verfügung.

 

Selbstzahler ✓

Es besteht selbstverständlich auch immer die Möglichkeit, eine Psychotherapie selbst zu bezahlen. In diesem Fall besteht ein Behandlungsvertrag zwischen dem Klienten und dem Therapeuten und alle weiteren Formalitäten entfallen. Der Stundensatz richtet sich nach der Gebührenordnung für psychologische Psychotherapeuten (GOP), welche eng an die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) angelehnt ist. Die Kosten für eine reguläre 50-minütige Verhaltenstherapiesitzung betragen nach der GOP-Ziffer 870 bei üblichem 2,3-fachen Steigerungssatz exakt 100,55 €.

Info: Abweichend von meiner Honorargestaltung für Selbstzahler gemäß einem 2,3-fachen Steigerungssatz kann es vorkommen, dass Privatpraxen Selbstzahlern für eine 50-minütige Verhaltenstherapiesitzung beispielsweise den 2,8-fachen Satz (122,40 €) berechnen. Solche gesteigerten Stundensätze sind meist nicht Ausdruck einer gesteigerten Geldaffinität, sondern vielmehr eine Art der „Notwehr“. Hierzu muss man wissen, dass die in der GOP aufgeführten Honorare seit über 20 Jahren nicht mehr erhöht wurden, was im Vergleich zu anderen Berufsgruppen schlicht und ergreifend beispiellos ist. Inzwischen erhält entgegen landläufiger Meinung ein Kassentherapeut auf die Stunde umgelegt ein deutlich höheres Honorar als ein Privattherapeut, der zum 2,3-fachen GOP-Satz abrechnet. Siehe hierzu beispielsweise den DPtV Hintergrund „Einkommensverluste durch Privatbehandlungen“. Erkundigen Sie sich als Selbstzahler nach dem konkreten Honorar, da auf vielen Websites zwar pauschal auf die GOP verwiesen wird, der zur Geltung kommende Steigerungssatz aber oft nicht benannt wird.

Wieviel kostet eine Psychotherapie? Die Antwort auf diese häufig gestellte Frage hängt zum größten Teil von der benötigten Therapiedauer ab. Diese ist individuell sehr unterschiedlich und kann von einigen wenigen Therapiestunden (z.B. Akutbehandlung) bis hin zu mehreren Dutzend Stunden (Langzeittherapie) reichen. Ohne die Möglichkeit, den konkreten Zeitbedarf abschätzen zu können, ist deshalb eine seriöse und halbwegs brauchbare Vorabschätzung der Therapiekosten leider nicht möglich.

Ist eine Psychotherapie steuerlich absetzbar? Die selbst aufgewandten Kosten einer Psychotherapie sind vom Prinzip her nach § 33 EStG als außergewöhnliche Belastung steuerlich absetzbar. Allerdings gibt es hierbei sehr einschneidende Einschränkungen: Zum einen muss in der Steuererklärung der Grenzwert der zumutbaren Belastungen überschritten werden. Zum anderen verlangt das Finanzamt vor dem Behandlungsbeginn ein amtsärztliches Attest oder eine Bescheinigung des Medizinischen Dienstes. Dadurch würde jedoch die Möglichkeit, eine Psychotherapie auf diskrete Art und Weise unterhalb des institutionellen Radars beanspruchen zu können, völlig konterkariert. Auch sind die nervlichen Belastungen, denen Hilfesuchende dabei ausgesetzt wären, keineswegs zu unterschätzen. Bei bestimmten Problemkonstellationen, die in signifikantem oder sogar ursächlichem Zusammenhang mit aktuellen beruflichen Entwicklungen stehen, kann es deshalb manchmal auch überlegenswert sein, anstatt einer Psychotherapie ein berufliches Coaching in Betracht zu ziehen. Letzteres kann in vielen Fällen steuerlich abgesetzt werden.

Eine Psychotherapie selbst zu bezahlen bietet überaus vielfältige Vorteile. Einer der wichtigsten Beweggründe für eine Selbstzahlung besteht darin, in Zeiten der Knappheit an kassengebundenen Therapiekapazitäten überhaupt innerhalb angemessener Zeit Hilfe zu erhalten. Ein weiterer wichtiger Grund ergibt sich aus der zunehmenden und lebenslangen Speicherung und Vernetzung unserer Gesundheitsdaten zwischen Ärzten, Krankenkassen, Versicherungen und noch weiteren Parteien, was für die meisten von uns kaum mehr durchschaubar ist. Mittels Selbstzahlung ist es möglich, sich aus diesen Mechanismen herauszuhalten und eine Psychotherapie so über die Bühne zu bringen, als hätte sie nicht stattgefunden. Neben den bereits genannten gibt es noch viele weitere Vorteile, die Sie alle in der folgenden Liste finden:


⇨ Alle Vorteile bei Psychotherapie als Selbstzahler:



(*) Info für jüngere Interessierte: Kann ich mir durch eine Psychotherapie meine Zukunft verbauen? SPIEGEL vom 02.06.2020
(*) Eventuell auch lesenswert: Und dann haben Sie eine F-Nummer Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 07.12.2014

 

Gesetzliche Krankenversicherung ✘!

Aktualisiert im September 2022

Vorbemerkung:
Gerne würde ich Ihnen als gesetzlich Versichertem/er eine ebenso einfache Lösung anbieten wie in den oben aufgeführten Fällen. Leider wird der Zugang gesetzlich Versicherter zu Privatpraxen in letzter Zeit zunehmend erschwert, was ich ausdrücklich sehr bedaure.

Psychotherapie gehört zu den Regelleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung und die Kosten werden bei entsprechender Indikation vollständig übernommen. Hierbei ist zu beachten, dass gesetzliche Krankenkassen die Kosten einer Psychotherapie in der Regel nur bei Therapeuten mit einer Kassenzulassung übernehmen, nicht jedoch bei Behandlung in einer Privatpraxis.

Aufgrund der dramatischen Versorgungsengpässe bei Kassentherapeuten, die in der Vergangenheit zu unzumutbar langen Wartezeiten für gesetzlich Versicherte geführt haben, wurde zum 1. 4. 2017 eine neue Psychotherapie-Richtlinie in Kraft gesetzt. Im Rahmen dieser Richtlinie wurden telefonische Erreichbarkeit, Praxissprechstunden, sowie Akuttherapien neu in das vertragspsychotherapeutische Angebot aufgenommen. Es ist vorgesehen, dass gesetzlich Versicherte von diesem Angebot Gebrauch machen und sich hierzu an einen Kassentherapeuten in ihrer Nähe wenden.

Leider ist das Auffinden geeigneter Therapeuten per Google-Suche nicht immer einfach, da viele kassenzugelassenene Therapeuten weder auf den gängigen Suchportalen vertreten sind, noch eine eigene Homepage haben, um sich und ihre Behandlungsmethoden vorzustellen. Daher im Folgenden einige Tipps für die Psychotherapeutensuche:


⇨ So finden Sie alle Psychotherapeuten /-innen mit Kassenzulassung in Ihrer Nähe:


Alle im Kölner Raum ansässigen Kassentherapeuten finden Sie mit Hilfe der Praxissuche der kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO), indem Sie Ihre Postleitzahl eingeben und weiter unten in der Rubrik „Psychotherapieverfahren“ eine Auswahl treffen, z.B. „Psychotherapie für Erwachsene“ oder direkt „Verhaltenstherapie für Erwachsene“.

Sollten Sie nicht im Einzugsgebiet der KVNO leben, können Sie auch die in Frage kommenden Kassentherapeuten im ganzen Bundesgebiet über die Arztsuche der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) finden. Auch hier muss die Postleitzahl eingegeben werden, sowie die Fachrichtung. Für Letztere müssen Sie die Kategorie „Psychotherapeut“ ansteuern und z.B. „Psychologischer Psychotherapeut“ wählen.

Einen Teil der kassenzugelassenen Psychotherapeuten – also bei Weitem nicht alle – finden Sie auf dem Suchportal therapie.de. Vorteilhafterweise werden hier Portraitfotos sowie meist ausführliche Zusatzinformationen angezeigt. Um nur die Therapeuten mit Kassenzulassung herauszufiltern, müssen Sie auf der Ergebnisseite links unter „Abrechnung“ den Link „GKV: Kassenzulassung“ anwählen.


Aus unzähligen Rückmeldungen von Kassenpatienten weiß ich, dass die aktuelle Psychotherapie-Richtlinie leider kaum zur Entspannung der Versorgungslage geführt hat. Nicht selten ist telefonisch niemand zu erreichen und es erfolgt auch kein Rückruf. Dies liegt daran, dass die zuvor bereits überlasteten Kassentherapeuten nun zusätzlich auch noch die oben erwähnten Leistungen der aktuellen Richtlinie erbringen müssen, d.h. dass das Angebot zwar auf dem Papier erweitert wurde, ohne jedoch die begrenzten Therapiekapazitäten ausreichend aufzustocken. Die aktuelle Richtlinie sieht deswegen auch die Nutzung eines Call-Centers (Termin-Servicestelle, TSS) vor, das Sie bei der Suche nach einer Sprechstunde oder gar einem vollwertigen Therapieplatz (das ist nicht dasselbe!) unterstützen soll. Leider liegt hier mittlerweile die Betonung auf der Formulierung „unterstützen“, es werden offenbar keine verbindlichen Zusagen mehr gemacht. Ein Ablaufdiagramm mit der bundesweiten Telefonnummer der Termin-Servicestelle finden Sie auf den Seiten der kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Alternativ zur Kontaktaufnahme per Telefon kann man auch das Web-Portal der Termin-Servicestelle in Anspruch nehmen.

Einen sehr guten Überblick über die gegenwärtigen Möglichkeiten von Kassenpatienten erhalten Sie auf den Seiten der Stiftung Warentest. Weitere Informationen – insbesondere auch zu den Kosten – erhalten Sie auf der Website Wege zur Psychotherapie der Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK). Auch auf der Plattform gesundheitsinformation.de werden Sie unter dem Titel Wege zur Psychotherapie: Wo gibt es Hilfe? umfassend informiert. Für den Fall, dass Sie sich selbst einen detaillierten Einblick in die aktuellen Regelungen verschaffen wollen, verlinke ich hier auch noch die Praxis-Info der Bundespsychotherapeutenkammer zur aktuellen Psychotherapie-Richtlinie.


⇨ Infos zu Kostenerstattung & gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen:


Wegen der unzumutbar langen Wartezeiten und der stark eingeschränkten Wahlfreiheit haben in der Vergangenheit viele gesetzlich Versicherte eine Behandlung in einer Privatpraxis beantragt und auch bewilligt bekommen. Eine zügige Behandlung von gesetzlich Versicherten war vor dem 1. 4. 2017 zu identischen Kosten und Konditionen durch Abrechnung über das sogenannte Kostenerstattungsverfahren auch in Privatpraxen möglich. Auf diese Weise konnten Kassenpatienten in dringenden Fällen schnell und relativ unkompliziert die benötigte Hilfe in Anspruch nehmen. Bedauerlicherweise werden Anträge auf Kostenerstattung von den gesetzlichen Kassen nun unter Berufung auf die Psychotherapie-Richtlinie fast durchgehend abgelehnt. Zutreffende Beschreibungen dieser Um-, Zu- und Miss-stände, denen viele Kassenpatienten – und auch Psychotherapeuten – mit Wissen und Zutun der Politik ausgesetzt sind, findet man zuhauf in den Medien, z.B.:

Patienten sind in einer Schleife gefangen: SPIEGEL-Artikel vom 11.02.2018
Das Warten hat kein Ende: SPIEGEL-Artikel vom 11.04.2018
Das lange Warten auf einen Therapeuten: Süddeutsche Zeitung vom 08.09.2018
Kostenerstattung ambulanter Psychotherapie in Privatpraxen: Deutsches Ärzteblatt PP 11/2018
Für psychisch Kranke fehlen Therapieplätze: Süddeutsche Zeitung vom 11.12.2018
Der mitunter steinige Weg zur Psychotherapie: ZEIT ONLINE vom 16.06.2020
"Aber ich brauche jetzt jemanden": kostenpflichtiger SPIEGEL-Artikel vom 07.07.2020
Ärger für angehende Psychotherapeuten: Deutschlandfunk Kultur vom 08.02.2021
Coronapandemie: Nachfrage nach Psychotherapie hat zugenommen: aerzteblatt.de vom 12.02.2021
Psyche in Not: Das lange Warten auf Therapie: ZDFzoom vom 07.04.2021 (Video, 28 Minuten)
Es fehlen weiter psychotherapeutische Behandlungsplätze: BPtK News vom 23.06.2021
Therapieplatz gesucht – Warten auf psychotherapeutische Hilfe: SWR2 vom 13.01.2022 (Radiosendung, 28 Minuten)
Das Problem mit den Psychotherapieplätzen: ZDF Magazin Royale vom 04.02.2022 (Video auf Youtube, 22 Minuten)
Viel Nachfrage, wenig Angebot: Artikel auf tagesschau.de vom 06.04.2022
Wartezeiten für Psychotherpieplätze weit höher als von Kassen angegeben: rbb|24-Datenrecherche vom 25.05.2022
Psychotherapie: Lange Wartezeiten bis zu einem Therapieplatz: Artikel auf wdr.de vom 20.07.2022

Presse
TV Radio

Trotz manchmal anderslautender Informationen und erheblicher praktischer Erschwernisse bleibt der Anspruch auf Kostenerstattung auch nach dem 1. 4. 2017 zumindest vom Prinzip her weiterhin bestehen. Hierzu verlinke ich an dieser Stelle eine Mitteilung der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK). Umfassende und aktuelle Informationen über das mittlerweile leider sehr aufwendig gewordene Prozedere bei der Kostenerstattung erhalten Sie auf der Kostenerstattungsseite von therapie.de.

Fazit: Der Weg der Kostenerstattung ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt oft langwierig und nicht unbedingt erfolgversprechend. Es ist mir nach dem 1. 4. 2017 jedoch in einigen Fällen gelungen, gemeinsam mit gesetzlich versicherten Klienten ein Kostenerstattungsverfahren „durchzuboxen“. Ob dies gelingt, hängt unter anderem auch stark davon ab, mit welcher Krankenkasse man es zu tun hat. Gute Erfahrungen habe ich beispielsweise mit verschiedenen Betriebskrankenkassen (BKKen) gemacht. Leider verhalten sich die meisten der größeren Kassen in Bezug auf die Kostenerstattung konsequent ablehnend. Wenn Sie einen solchen Versuch erwägen, empfehle ich deshalb, vorher mit mir Rücksprache zu halten. Sollte die Kostenerstattung nicht möglich sein, bleibt als sichere Alternative zum langen Warten auf einen regulären Kassenplatz leider nur der Weg der Selbstzahlung. Dieser Weg wird von einem Teil meiner Klienten ohnehin schon lange gewählt. Für den Fall, dass diese Option für Sie in Frage kommt, verweise ich auf den Abschnitt Selbstzahler weiter oben auf dieser Seite.